Weißwein

Der bekannteste deutsche Weißwein ist heutzutage sicherlich der Riesling, aber auch Grauburgunder, Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Chardonnay sind äußerst beliebte Rebsorten. Sogar der einst zu Unrecht verschmähte Müller-Thurgau präsentiert sich mittlerweile in neuem, hochwertigem Gewand. Früher dachte man der Müller-Thurgau, oder auch Rivaner, sei eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner, aber das erwies sich als falsch. In Wirklichkeit sind es die Rebsorten Riesling und Madeleine Royale. Die verschiedenen Winzer aus aller Welt, wie zum Beispiel aus Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal oder Spanien schaffen es alle aus den Trauben phänomenale Weißweine herzustellen. Dabei ist es egal, ob das Weingut eher auf fruchtige Weißweine setzt, oder der Wein doch trocken sein soll.
Hauptsache unsere Winzer*innen haben eine individuelle Weinstilistik und kitzeln das Beste aus den verschiedenen Rebsorten raus. So schafft es das Weingut Dr. Bürklin-Wolf schon vor langer Zeit eines der bekanntesten Weingüter für Rieslinge aus der Pfalz zu werden. Newcomerin in der Weinwelt ist dagegen Gesine Roll vom Weingut Weedenborn aus Rheinhessen, die für ihre Chardonnay Weine fast so sehr gefeiert wird, wie für ihren legendären Sauvignon Blanc Wein. Wer kein Fan von fruchtigen und leichten Weißweinen ist, sollte dagegen unbedingt die „La Souveraine“ von der Domaine La Louvière probieren. Dieser französische Chardonnay hat es in sich und vereint die volle Frucht mit einer dezenten Holznote, die von einer achtmonatigen Lagerung im Barrique kommt.  
Was in Deutschland der Riesling ist, ist in unserem Nachbarland Österreich der Grüne Veltliner. Hier zaubern die Winzer vom Lesehof Stagård im Einklang mit der Natur grandiose Weißweine aus, zum Beispiel Grünem Veltliner, Riesling, Weißburgunder oder auch Sauvignon Blanc aus ihren biologisch bewirtschafteten Weinbergen. In Italien als Pinot Grigio bekannt, wird hier in Deutschland die gleiche Rebsorte als Grauburgunder produziert, wobei sich der Grauburgunder sogar einer noch größeren Beliebtheit erfreut. Besonders bekannt für den Grauburgunder und Weißburgunder in Deutschland ist das VDP-Weingut Franz Keller vom Kaiserstuhl in Baden oder der Grauburgunder „Famose Schose“ aus dem Hause Bettina Schumann. Wem diese Weißweine noch zu normal sind, der sollte es mal mit einem Naturwein probieren, zum Beispiel von Enderle & Moll aus Münchweier.
Wer unfiltrierte und ungeschwefelte Weine mag, muss unbedingt Lukas Krauss und sein weißes „Landschwein“ auf den Tisch bringen oder das „Spektakel“ sowie „Der Sonne am nächsten“ der Collective Z. Am besten man probiert sich durch die verschiedenen Weine bis man herausfindet, welches die liebste Weißwein Rebsorte ist. Ob trocken, fruchtig oder auch mal richtig ausgefallen. Denn Probieren geht ja bekanntlich über Studieren!  
Einen Weißwein kann man übrigens nicht nur aus Weißwein Trauben herstellen. Auch rote Trauben können für einen Blanc de Noirs benutzt werden, wobei das “Blanc” Aufschluss darüber gibt, dass es sich um einen weißen Wein handelt, denn die meisten Rebsorten, wie zum Beispiel der Pinot Noir, haben nur eine rote Traubenhaut, während der Saft der Trauben weiß ist. Übrigens, wer denkt, dass man Riesling, Grauburgunder, Sauvignon Blanc & Co. nur als Apero trinken kann, liegt falsch. Auch Weißweine eignen sich hervorragend zu Speisen wie Fisch, hellem Fleisch, Käse, Sushi oder knackigem Gemüse und Desserts.