Rosé

Wer dachte, dass die Herstellung von Roséwein einfach das Mischen von Rot- und Weißwein ist, liegt leider etwas falsch. So kann man aber aus Spätburgunder und Grauburgunder den für Baden regional typischen Badisch Rotgold herstellen. Hier müssen die Winzer*innen entweder schon die Rot- und Weißwein Trauben verschneiden, oder spätestens die Maische, also noch vor der alkoholischen Gärung, bevor ein fertiger Wein entsteht. Wer so einen Wein mal probieren möchte, bestellt am besten direkt eine Flasche von Bettina Schumanns legendärem „Badisch Rotgold“ und kommt so sicherlich auf den Geschmack! Aber einen solchen Rotling als Rosé zu bezeichnen, ist absolut verboten. Wer es doch lieber ganz klassisch mag, der ist sicherlich ein Fan vom Roséwein aus der Provence, denen unsere deutschen Weine aber in nichts nachstehen, und sollte sich dann besser für einen typischen Rosé entscheiden.  
         
Aber wie genau läuft die Herstellung von Rosé Wein jetzt denn genau ab? Entstanden ist der Rosé im Süden Frankreichs, also hauptsächlich in der Provence, als Nebenprodukt während der Rotweinherstellung, um nicht so lange auf den fertigen Wein warten zu müssen. Man könnte Rosé als kleine Schwester vom Rotwein bezeichnen, denn auch der Rosé wird aus roten Trauben produziert. Mit Weißwein hat der Roséwein allerdings wenig zu tun, auch wenn die Farbe blasser ist. Der beliebte Roséwein steht genauso wie Rotwein auch auf der Maische, also auf den roten Traubenschalen und kann so den roten Farbstoff aus dieser herauslösen. Damit der Rosé Wein nur lachsfarben und zartrosa ist, dauert dieser Prozess natürlich viel kürzer als beim Rotwein, also nur in etwa 6 bis 12 Stunden, je nach Gesundheitszustand der Trauben, Geschmack und Rebsorte.
So entsteht die wunderschöne, zart rosafarbene Farbe, die einfach nach Urlaub in Frankreich, in der mit Lavendelfeldern bedeckten Provence erinnert. Wenn wir schon bei dem Einfluss der Rebsorten sind, ist es wichtig darüber zu sprechen, welche Rebsorten sich für einen Roséwein eignen. Ganz klassisch wird hier oft auf französische Rebsorten gesetzt, um dem Beispiel des beliebten provenzalischen Rosé zu folgen. Also nehmen die Winzer*innen oft Merlot, Cinsault, Grenache, Cabernet Franc oder Cabernet Sauvignon für den perfekt würzigen und fruchtigen Rosé. Die deutschen Winzer*innen arbeiten am liebsten mit den roten Rebsorten Portugieser oder Dornfelder, um intensive Rosé Weine mit viel Geschmack zu kreieren. Eine andere französische Rebsorte, die sich vor allem unsere Winzer*innen zunutze machen, ist der Pinot Noir, oder auf deutsch Spätburgunder.
Da der Spätburgunder von Natur aus wenig Farbstoff in der Traubenschale enthält, ist der entstandene Rosé besonders hell und damit genau richtig für warme Tage. Rosé ist aber keinesfalls nur ein blassrotes Sommergetränk. Die Winzer*innen selbst sehen heute das riesige Potential von Roséweinen und setzten dabei auf eine gute Balance zwischen animierender Frucht, erfrischender Säure und vor allem einer gehörigen Portion Würzigkeit, um so dem Rosé eine gewisse Komplexität zu verleihen. Hierbei wird meistens Rosé trocken getrunken, aber es gibt auch ein paar Ausnahmen mit einer fantastischen Restsüße.